Marokko Teil 4
Wir sind immer noch beim Nachtessen mit Zaid und Ibrahim. Ibrahim ist froh, das er ab und an was zu tun hat. Zaid ist der Schlitzohrige Verkäufer, der einem ohne zu wollen, das Gefühl gibt so ziemlich der dümmste Tourist zu sein.
Nach dem Essen und der Musik, kommt Papier auf den Tisch. Zaid zeichnet darauf, was man von hier aus alles unternehmen kann. Fakt ist, wenn man ins Bett geht sind die nächsten zwei Tage verplant mit Zaid und Co. Die Jungs haben eine Art, die wir uns als Europäer nicht gewohnt sind.
Es werden zwei schöne Tage, und wie wir herausgefunden haben, hat er uns auch nicht beschissen.
Wir fahren in Begleitung von Zaid in seinem Renault, am nächsten Morgen mit dem Camper weg Richtung Merzouga. Einen ersten Halt mit Tee gibt es schon nach einer halben Stunde oberhalb einer Oase.
Marokko ist ein weltberühmtes Zentrum für Fossilienfunde, besonders im Südosten (Erfoud/Sahara), wo riesige Mengen an Ammoniten, Trilobiten (z.B. Phacops), Orthoceras, Dinosaurier, Haifischzähne und Megalodon-Zähnen aus dem Meer der Vorzeit stammen, oft in Marmorplatten eingebettet. Berühmte Stätten sind das Ouled-Abdoun-Becken und die Fezouata-Formation, die Funde vom Kambrium bis zum Eozän liefern und menschliche Fossilien (Homo sapiens) enthielten, die unser Verständnis der frühen Menschheitsgeschichte erweiterten. Fossilien sind in Marokko weit verbreitet und werden in vielen Läden verkauft, aber auch professionell abgebaut.
Daher ist klar das unser nächster Halt in Erfoud bei einem Bekannten/Verwandten ist der auch im Fossilienhandel tätig ist. Und natürlich nur schauen, nichts kaufen, wir möchten dir Marokko zeigen. Der nette Mann führt uns also in die Werkstatt.
Dann geht es in das “Museum”, wir sagen dem Verkaufsladen. Verlassen wir diesen wieder ohne einen Tisch oder eine Badezimmereinrichtung zu kaufen, ist der Junior Chef ziemlich angesäuert.
Die Fahrt geht weiter nach Rissani. Dort zeigt uns Zaid auf dem Markt Ecken, welche wir vielleicht selber nicht gefunden hätten. Und ja, es gibt wahrscheinlich wirklich alles.
Und natürlich geht es auch zum Verwandten in den Kräuterladen. Alles Bio, alles aus der Wüste. Ja, aber Schweine teuer.
Ab zum Mittagessen. Berber-Pizza mit Kamelfleisch. Ist wirklich gut, halt nichts für Vegetarier.
Und ab nach Merzouga auf den Campingplatz an der Sanddüne. Natürlich Verwandte von Zaid. Aber der Platz war auch sehr gut.
Und zack, sitzen wir schon auf dem Dromedar, und reiten durch die Dünen vom Erg Chebbi in Richtung Zeltlager.
Das Zeltlager ist viel moderner als wir das dachten. Hier werden wir essen und eine super kalte Nacht verbringen.
Die Kamele übernachten aufgesattelt.
Nach einer wirklich kalten Nacht und dem Sonnenaufgang, kommt ein gutes Frühstück gerade richtig.
Weiter geht es mit einer 4x4 Tour.
Zuerst durch die Gärten vom alten Merzouga. Das Bewässerungssystem erlaubt jedem Gartenbesitzer zu bestimmter Zeit seinen Garten zu wässern, und die Kanäle wieder zu verschliessen damit auch der nächste Wasser bekommt. Oft wird Wasser mit Solaranlagen hochgepumpt.
Der nächste Halt ist in einem 4x4 Museum das von einem Scheich aus den Emiraten neben seiner Villa öffentlich zugänglich ist. Autos welche wir noch nie gesehen haben.
Und ab zu der Musik Gruppe Les Pigeons de Sable. Der Ursprung dieser Musik ist Ghana. Mit einem Tee, natürlich gegen entsprechendes Trinkgeld.
Dann fuhren wir durch die schwarze Wüste.
Diese beiden Männer graben mit ihren uralten Geräten nach Mineralien. Diese holen sie aus bis zu 40 Meter Tiefe hoch. Irgendwann werden daraus Brillengläser usw. gefertigt. Sie verdienen pro Tag etwa 10.- Franken.
Es geht weiter durch das alte Französische Dorf zu den Nomaden. Ein richtiger Nomade zieht gemäss Chauffeur mit bis zu hundert Kamelen, vielen Ziegen und Schafen durch die Gegend auf der Suche nach Futter. Ein Kamel kostet etwa 3’500 Fr. so sind also die richtigen Nomaden recht Wohlhabend, im Gegensatz zu den armen Kerlen die sie uns zeigen. Diese leben einen grossen Teil von Touristen Spenden.
Auch hier gibt es einen Tee
Und schon ist wieder Mittag und unser Essen ist von Zaid bestellt.
Shukran Zaid, so schlecht war dein Plan gar nicht.